Räuberlinsen aus dem Mainhardter Wald

Bedeutung

Die Linse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde, sie geht bis auf die Anfänge des Ackerbaus zurück. Linsen werden immer noch gerne gegessen, stammen jedoch seit dem zweiten Weltkrieg kaum mehr aus heimischem Anbau. Linsen werden vor allem in wärmebegünstigten Ländern angebaut. In den letzten Jahren ging die weltweite Anbaufläche jedoch deutlich zurück, da der Anbau insgesamt sehr aufwändig ist. Linsen haben mittlerweile ihr Image als "Arme-Leute-Essen" abgelegt und finden sich sogar auf den Speisekarten namhafter Gourmet-Restaurants in der Region.

Anbau

Ausgesät wurde eine kleine, grüne Französin, die unter Kennern auch bekannt ist als "Du-Puy-Linse": diese Sorte ist sehr schmackhaft und bissfest. Linsen sind wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Das ist günstig, denn auf den Einsatz von Pestizide kann verzichtet werden. Linsen wachsen buschig und werden deshalb immer zusammen mit einer Stützfrucht angebaut. Das ist notwendig, da sie sonst umfallen und am feuchten Boden verschimmeln würden. Im Mainhardter Wald wurden sie im ersten Anbaujahr zusammen mit Hafer ausgesät, der den schwachen, feinen Linsenpflanzen als Rankhilfe diente. Mittlerweile wird als Stützfrucht Leindotter verwendet. Die Höhe und das frühere Abreifen des Leindotters ermöglicht eine deutlich bessere Sonneneinstrahlung, was eine noch bessere Aromaentwicklung der Räuberlinsen zur Folge hat. Da die zarten Linsenpflanzen das Unkraut nur schwach unterdrücken, wachsen neben Linsen und Hafer auch einer Vielzahl an Ackerwildkräutern. Diese Artenvielfalt tifft man selten an, aber sie bereichert die schöne Landschaft des Mainhardter Waldes.

Ernte

Die Linsen entwickeln sich auf den hiesigen Böden besonders gut. Sie unterliegen aber - wenn nicht alles zusammen passt - sehr kräftigen Ertragsschwankungen, die Anbauer unter Umständen verkraften müssen. Das größte Problem aber war, dass die Stützfrucht Hafer und die "Räuberlinse" nicht gleichzeitig reif wurden. Dabei den richtigen Erntezeitpunkt zu finden war nicht besonders einfach. Denn auch die Abreife der Linsen verlief sehr ungleichmäßig: während unten schon Schoten aufplatzten, waren oben an den Pflanzen noch keine Blüten zu sehen. Das heißt, dass beide Fruchtarten getrennt voneinander getrocknet werden mussten.

Eigenschaften

Räuberlinsen" sind wahre Nährstoffwunder und zeichnen sich durch ihr kräftiges, besonders nussiges Aroma sowie ihre bissfeste Konsistenz aus. Sie haben eine extrem dünne Schale und sind aufgrund ihrer Größe auch ohne vorheriges Einweichen relativ schnell gar. Je kleiner die Linsen sind, desto leichter verdaulich sind sie.

Zubereitung

Am besten schmecken "Räuberlinsen" im feurigen Mainhardter Räubertopf mit einer schönen Scheibe vom Schwäbisch Hällischen Bauch oder zu Spätze mit Saitenwürstchen. Für die Zubereitung empfehlen sich Majoran und Thymian, Ingwer, Fenchel, Kümmel und Koriander. Dann werden die Linsen noch leichter verdaulich und bekömmlicher.

 

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